Das neue Stadion ist eröffnet!

Mit einem 1:0-Sieg gegen den Wr. Amateur SV

Vor genau 100 Jahren war es soweit: Am 30.5.1920 wurde der neue „Simmeringer Platz“ eröffnet. 12000 Zuseher fanden den Weg ins Stadion, konzipiert war es für 40-50000 und obwohl es noch nicht ganz fertig gestellt war, war es damit das größte Stadion Österreichs – die Hohe Warte wurde erst ein Jahr später eröffnet, offiziell für 80000 Zuseher und war somit das größte Stadion Kontinentaleuropas.

Doch beide Stadien wurden 1931 vom Praterstadion abgelöst und wurden Schritt für Schritt rückgebaut oder, wie das Simmeringer Stadion, schlussendlich komplett geschliffen.

Das Stadion befand sich südlich des St. Marxer Friedhofes an der Leberstraße, heute liegen dort der Autobahnknoten Gürtel/Landstraße und die Siemens-Werke, vom Stadion ist, wie auch von der ersten Had (heute Rinnböckstraße 49-53), nichts mehr zu sehen oder zu erkennen.

Doch damals benötigte der 1.SSC unbedingt einen neuen Platz, da der Alte in der Rinnböckstraße schon damals den Gegebenheiten nicht mehr entsprach: wenig Platz für Zuseher, unebener Platz, der noch dazu kaum noch grün war.

So entschloss man sich zum Stadionbau an der Leberstraße, ursprünglich für 20-25000 Zuseher kalkuliert. Jedoch das Versprechen des ÖFBs und diverser Arbeitervereinigungen, das Stadion für Länderspiele, Cupfinale, Veranstaltungen, uvm. zu nutzen, löste sich einerseits mit der Hohen Warte, andrerseits spätestens mit dem Praterstadion komplett in Luft auf und der 1.SSC konnte alleine die Kosten für das Stadion nicht stemmen, das immer weiter verfiel, sodass es schließlich Anfang der 30er Jahre an die Stadt Wien verkauft werden musste und man wieder in die Rinnböckstraße zog.

Mit dem Wiederaufstieg in die Nationalliga 1937 kehrte man wieder in die Leberstraße zurück – auf den „Feuerwehrplatz“, den man 1934 zurückkaufen und revitalisieren konnte. Doch nicht all zulange blieb man dort, denn einerseits stieg man als hoffnungslos Letzter sofort wieder ab, andrerseits zog man sich bereits 1942 aus der Meisterschaft zurück, da man als unterklassiger Verein nicht das Privileg, dass die höherklassigen Klubs bzw. jene, die sich mit den neuen Machthabern verbündeten besaßen, die Spieler nicht in den Kriegseinsatz schicken zu müssen.

Nach dem 2. Weltkrieg spielte man weiterhin in der Rinnböckstraße, da in der Leberstraße – ergebnislose – Ölbohrungen vorgenommen wurden. Doch mithilfe der Stadt Wien konnte man 1948 wieder in die Leberstraße zurückkehren und zwei Jahrzehnte erlebte man dort hochklassigen Fußball: Nationalliga, Staatsliga, manchmal Regionalliga, die allerdings damals die zweithöchste Spielklasse Österreichs darstellte.

Doch 1966 verlor man in einer Rechtsstreitigkeit mit dem Grundstückseigentümer, den SGP-Werken, endgültig den Platz. Doch wieder sprang die Stadt Wien ein und man zog auf den heutigen Platz um, den damaligen ASKÖ-XI-Platz, an der heutigen Simmeringer Hauptstraße 213.

Doch zurück in das Jahr 1920, an dem die Augen Österreichs nach Simmering blickten, nicht nur wegen der Stadioneröffnung, sondern auch weil der Wr. Amateur SV, die jetzige Austria Wien, schier uneinholbare drei Punkte vor dem noch einzig verbliebenen Konkurrenten und amtierenden Meister Rapid Wien lag, der Wr. Sportclub lag bereits fünf Punkte zurück. Die erste Meisterschaft für den Wr. Amateur SV war zum Greifen nahe.

Simmering hatte endlich wieder ein richtiges Heimspiel, denn zuvor spielte man entweder am Rennweg-Platz oder am Platz des Gegners, so wie auch die Vienna, deren Stadion geschliffen und gerade neu gebaut wurde – die Hohe Warte.

Doch Simmering spielte nicht mit und schlussendlich wurde wieder Rapid Meister, mit 33 Punkten gleichauf mit der Austria bzw. Wr. Amateur SV, jedoch mit dem – damals ausschlaggebenden – besseren Torquotienten.

Simmering war zu diesem Zeitpunkt bereits im sicheren Mittelfeld und blieb dort auch, obwohl man sich eine Runde später Rapid Wien mit 2:5 geschlagen geben musste – und so wiederum Rapid „half“.

Zurück zum Spiel, dem die damaligen Gazetten nicht mehr Platz boten als den Berichten der Stadioneröffnung, denn, wie bereits erwähnt, wurde das damals größte Stadion Österreichs eröffnet, ein „hübsches Schmuckkästchen“, ein „schöner Sportplatz“, der mit einer Eröffnungsrede und dem Ehrenanstoßes durch Vize-Bürgermeister Winter und dem Simmeringer Ehrenobmann Wanko – deswegen auch die „Wanko-Gstättn“ – eingeweiht wurde.

Die Amateure aus Ober-St.Veit spielte zwar den – wie noch Jahre später ein Merkmal der Austria – schöneren, technisch feineren, jedoch ineffektiven Fußball. Die Simmeringer Tugenden waren damals schon ausgeprägt, denn nicht umsonst schrieben die Blätter von den aufopfernd kämpfenden, niemals aufgebenden Hausherren.

Und so war es auch kein Wunder, dass das einzige Tor dieses Spiels nach einem Gedränge im Strafraum erfolge: Alois Pulpittel (Oder doch Pulpittl? Die Schreibweise variiert von Zeitung zu Zeitung, von Chronik zu Chronik.) musste den Ball nur noch ins leere Tor köpfen.

Doch der Sieg wurde weniger der Simmeringer Spielweise als vielmehr der nicht vorhandenen Durchschlagskraft der Amateure zugeschrieben. Aber wie heißt es heute noch: Zwei Punkte sind zwei Punkte.

Für die Arbeiterzeitung brachte die „Eröffnung der neuen hübschen Sportanlage den Simmeringern den gewünschten Erfolg. Die Mannschaft kämpfte mit Ambition.“ – was von den Amateuren nicht behauptet werden konnte, von denen man „das technisch bessere Spiel und verschiedene Feinheiten“ sah, aber eben keine Durchschlagskraft. Durch ein „Mißverständnis zwischen Tormann Meisl und der Verteidigung“ entstand der Treffer. Plötzlich spielten die Violetten „aufopferungsvoll“, doch konnten nicht mehr gleichziehen.

Zurück zum Spiel, dem die damaligen Gazetten nicht mehr Platz boten als den Berichten der Stadioneröffnung, denn, wie bereits erwähnt, wurde das damals größte Stadion Österreichs eröffnet, ein „hübsches Schmuckkästchen“, ein „schöner Sportplatz“, der mit einer Eröffnungsrede und dem Ehrenanstoßes durch Vize-Bürgermeister Winter und dem Simmeringer Ehrenobmann Wanko – deswegen auch die „Wanko-Gstättn“ – eingeweiht wurde.

Die Amateure aus Ober-St.Veit spielte zwar den – wie noch Jahre später ein Merkmal der Austria – schöneren, technisch feineren, jedoch ineffektiven Fußball. Die Simmeringer Tugenden waren damals schon ausgeprägt, denn nicht umsonst schrieben die Blätter von den aufopfernd kämpfenden, niemals aufgebenden Hausherren.

Und so war es auch kein Wunder, dass das einzige Tor dieses Spiels nach einem Gedränge im Strafraum erfolge: Alois Pulpittel (Oder doch Pulpittl? Die Schreibweise variiert von Zeitung zu Zeitung, von Chronik zu Chronik.) musste den Ball nur noch ins leere Tor köpfen.

Doch der Sieg wurde weniger der Simmeringer Spielweise als vielmehr der nicht vorhandenen Durchschlagskraft der Amateure zugeschrieben. Aber wie heißt es heute noch: Zwei Punkte sind zwei Punkte.

Für die Arbeiterzeitung brachte die „Eröffnung der neuen hübschen Sportanlage den Simmeringern den gewünschten Erfolg. Die Mannschaft kämpfte mit Ambition.“ – was von den Amateuren nicht behauptet werden konnte, von denen man „das technisch bessere Spiel und verschiedene Feinheiten“ sah, aber eben keine Durchschlagskraft. Durch ein „Mißverständnis zwischen Tormann Meisl und der Verteidigung“ entstand der Treffer. Plötzlich spielten die Violetten „aufopferungsvoll“, doch konnten nicht mehr gleichziehen.

Doch hier „stand das Spiel durch volle 80 Minuten im Zeichen der Überlegenheit der Ober-St.Veiter“, die aber nur Pech hatten und „günstige Gelegenheiten leichtfertig vergaben“. Dazu brachte der „Zufallstreffer der Gegner“ sie um ihr „Selbstvertrauen“, dazu fehlte ihnen auch noch „die notwendige Härte“. Schuld am Gegentreffer hatte die gesamte Ober-St.Veiter Verteidigung, der „nach einem Gedränge in der 6. Minute der zweiten Halbzeit“ fiel und „mußten dem glücklichen Gegner einen in der Hauptsache nach unverdienten Sieg überlassen“.

Der „Kronenzeitung“ war lediglich die Eröffnung des Sportplatzes einen kleinen Bericht wert, bei dem „eine vieltausendköpfige Zuschauermenge und zahlreiche sportlicher wie politischer Hauptfunktionäre bei prachtvollem Wetter“ teilnahmen. Die günstige Lage, aber vor allem die „feine Rasenbeschaffenheit für fremde Mannschaften“ bieten einen „neutralen Kampfboden“ und „tatsächlich für die Abhaltung von internationalen Auswahlspielen einen sehr geeigneten Boden“.

Das „Montags-Journal“ (später „Montags-Presse“) befasste sich auch nur sehr kurz mit den „glatt überlegenen“ Amateuren und dem „erst gegen Schluß offenen Spiel“, aber der Platz wurde wenigstens „mit einem prächtigen Erfolge der Hausherren eingeweiht“.

Im „Neuen Wiener Tagblatt“ zeigten sich „die Amateure in der ersten Spielhälfte ziemlich stark überlegen“ – ohne Torerfolg. „Nach Wiederbeginn wurde der Kampf offener“, wobei das Tor hier eher sehr glücklich fiel: „Meisl, der Torhüter der Amateure hatte einmal das Pech, dem gegnerischen Mittelläufer Pulpittel den Ball auf die Brust zu fausten, von wo das Leder ins Tor sprang“.

In der „Reichspost“ wurde „das meiste Interesse dem Spiel Amateure-Simmering entgegengebracht“ (man beachte: zuerst Auswärts-, dann Heimmannschaft, bzw. zuerst Tabellenführer, dann Vorstadtverein), „bei dem gegen 15.000 Zuschauer beiwohnten“ und mit einer „eindrucksvollen Programmnummer“ den Platz eröffneten und der „an der Spitze stehende Amateur-Sportverein eine Niederlage erlitt“.

Für das „Sport Tagblatt“ war es eine „Überraschung in der Meisterschaft“, wobei es im Bericht anfänglich um die Beglaubigung des Matches WAC-Rapid ging, das damals für Rapid strafverifiziert wurde, jedoch später wieder zum ursprünglichem 2:0 für den WAC gewertet wurde. Dieser Umstand ist vor allem deswegen von Interesse, da man doch von einem meisterschaftsentscheidenden Umstand sprechen kann: So war der Amateur SV in der letzten Runde eigentlich aussichtslose zwei Punkte hinten und spielte gegen den Wr. Sportclub „nur“ Unentschieden.

Jedenfalls wurde „die großzügige Sportanlage des Ersten Simmeringer Sportklubs dem öffentlichen Sportbetriebe übergeben“ und besitzt somit die „größte Anlage Wiens und Deutschösterreichs“. Nach einem ausführlichen Bericht über die Eröffnung folgt der Bericht zum Spiel, wobei leider der erste Teil nicht mehr leserlich ist, jedoch die erste Hälfte ebenfalls den Amateuren, ihrem Spiel, aber auch ihrer Abschlussschwäche zugesprochen wird. Man erwartete zur Pause einen Sieg der Ober-St.Veiter, aber mit Beginn der zweiten Halbzeit erschien eine Simmeringer Mannschaft, die „Selbstbewußtsein, Siegeswille und Aufopferung im Kampfe um eine ehrenvolle Einweihung des herrlichen Sportplatzes“ an den Tag legte. Doch wieder sah man die Schuld beim Gegentor beim Amateure-Goalie, der Pulpittel den Ball an die Brust „fäustelte“, von wo der Ball „ins leere Tor“ gelangte. Nun waren aber wieder die Amateure am Zug, die drohende Niederlage und den drohenden Verlust der Tabellenspitze vor Augen, die „vorbildlichen Paßbällen [… nach vorne …] bringen, aber nicht entscheiden und erfolgreich zu verwerten“ wussten. Doch „die Simmeringer paßten sich dem mörderischen Tempo auf dem harten Boden überraschenderweise sehr gut an“ und trotz einer Verletzung Pulpittels, es waren ja noch jahrzehntelang keine Wechsel erlaubt, im „Kampf auf ebenbürtigem Niveau“. Die letzte halbe Stunde verlief also ebenbürtig, allerdings „des öfteren verstanden es die Simmeringer besser, den leichten Ball auf dem harten Boden flach zu halten. Das scharfe Tempo wurde weder durch die internationalen Dimensionen des Simmeringer Sportplatzes, noch durch die hohe Temperatur beeinflußt“ – der neue Platz dürfte also wesentlich größer als die üblichen Plätze gewesen sein.

Die Reserve verlor übrigens 1:8 gegen die Amateure, während die „Jungmannschaft“ 3:1 gewann.

„Das wichtigste Ereignis“ war für die „Wiener Morgenzeitung“ „die Niederlage der Amateure gegen Simmering“. Und wieder spielten „die Amateure wohl den besseren Fußball“, aber „viel zu weich, um Tore zu erzielen“. Und obwohl die Amateure in der „ersten Spielzeit mehr vom Spiel hatten“, hatten in der zweiten Halbzeit die Simmeringer „etwas mehr vom Spiel“.

Ein „nicht ganz unerwarteter Sieg der Simmeringer über Amateure“ war es für die „Wiener Neuesten Nachrichten“. Simmering stellte eine sich gut verstehende, sehr schnelle Mannschaft, sie zeigten „genaues und flaches Zusammenspiel“, die Hadkicker waren also doch immer schon auch technisch begabt. „Bis zum Treffer […] waren die Amateure die einheitlichere Mannschaft, die gutes Kombinationsspiel betrieb“. Allerdings wieder einmal ohne Durchsetzungskraft. „Bei dem entstehenden Gedränge gelingt es Pulpittel ins leere Tor zu köpfen“, also doch ein Kopf- und kein Brusttor? Und nur einmal „enfällt der Ball Paciskas Händen“, doch auch diese Chance konnte der Tabellenführer nicht nutzen.

Für die „Wiener Sonn- und Montagszeitung“ war es wiederum ein „überraschendes Resultat“ am neuen „großangelegten, schönen Sportplatz“, denn die „Rotschwarzen konnten einen glücklichen […] Sieg gegen die gefürchteten Ober-St.Veiter feiern“, für die „ihr scheinbar schon sicherer Endsieg in der Meisterschaft wieder bedenklich fraglich“ geworden ist. Obwohl sie „den Reigen der Angriffe mit brillianter Technik eröffneten“ und wie der „sicher Sieger“ aussahen, „änderte sich nach und nach das Bild. Die Simmeringer wurden offensiv.“ Diesmal wagte sich „Meisl zu weit aus dem Tor“ bei Pulpittels Tor. Danach setzte „eine vehemente Attacke der Amateure ein, die lange anhielt. Doch Paciska war auf der Hut“ und sein „vorzügliches Spiel“ rettete den Sieg.

Aber auch das Publikum wird diesmal erwähnt, denn „der große Anhang der Simmeringer war etwas überlaut“, was aber keine Irritation beim Schiedsrichter hervorrief. „Gegen Schluß wurde das Spiel wieder offener“, doch die Amateure enttäuschten diesmal, die diesmal „nicht einmal in Schönheit“ starben.

Das wöchentlich erscheinende „Illustrierte Sportblatt“ wartete damals nicht nur bereits mit Bildern des Spiels und der Platzeröffnung auf, sondern bezeichnete den Sieg als einen „Erfolg der größeren Kampffreudigkeit und Schneidigkeit über die temperamentlose Routine und Schablone“. Aber das Ergebnis „entsprach wohl nicht dem Kräfteverhältnis, da sich den Amateuren weitaus günstigere Schußgelegenheiten darboten“, aber die Defensive und die damals bereits herrschenden Simmeringer Tugenden „des Kampfesmut und des Siegeswillen gaben den Ausschlag“.

Auch erfahren wir, dass Pulpittel, der Schütze des Siegestores, dem es gelingt „ins leere Tor zu köpfen“, nur wegen einer Verletzung in die Angriffsreihe versetzt wurde und später – wahrscheinlich, so ganz lässt es sich nicht mehr eruieren – ganz ausscheiden musste.

Die Endtabelle

1. Klasse (Saison 1919/1920)
Rang
Verein
Sp.
S
U
N
T+
T-
T+/-
Pkt.
1
SK Rapid
22
15
3
4
71
29
42
33
2
FK Austria Wien
22
14
5
3
55
24
31
33
3
Wiener Sport-Club
22
13
4
5
37
28
9
30
4
FAC Wien
22
11
6
5
36
24
12
28
5
SC Rudolfshügel
22
11
3
8
42
30
12
25
6
WAC
22
8
6
8
31
36
-5
22
7
1. Simmeringer Sportclub
22
8
5
9
39
44
-5
21
8
Wacker Wien
22
6
5
11
27
48
-21
17
9
Hertha Wien
22
6
4
12
24
33
-9
16
10
First Vienna FC 1894
22
4
7
11
36
47
-11
15
11
Wr. Association FC
22
4
5
13
30
43
-13
13
12
Admira
22
3
5
14
25
67
-42
11

Das Stadion war also noch nicht ganz fertig, zum damaligen Zeitpunkt es ca. 20.000 Zuschauer und sollte noch auf 50.000 Plätze erweitert werden. Doch soweit kam es nicht. Einerseits blieben die versprochenen „Auswahlspiele“ aus, andrerseits hat man die Auswirkungen des 1. Weltkriegs unterschätzt, die Leute mussten sich mehr um ihr Überleben sorgen, als zu Fußballspielen zu gehen, die „Goldenen Zwanziger“ begannen für Simmering nur ein paar Jahre zu spät.

Im erste Länderspiel am 26.9.1920 in Simmering gegen Deutschland, das aber immerhin 30.000 Zuseher auf die Had zog, fällt auf, das nicht nur mit Jakob Paciska im Tor und Ferdinand Swatosch zwei Simmeringer im Nationaldress spielten, sondern Swatosch auch die einzigen Treffer für Österreich mit einem lupenreinen Hattrick in den Minuten 64., 83. und 86. zum 3:2-Sieg erzielte.

Im nächsten Länderspiel am 26.3.1921 vor bereits 40.000 Zuschauern fand sich bereits kein Simmeringer mehr im Team, das von den Spielern des Wr. Amateur SV dominiert wurde – und „nur“ 2:2 endete.

Beim 4:1-Sieg am 24.4.1921 gegen Ungarn wurden dann schon 45.000 Besucher gezählt – und wieder kein Simmeringer im Team.

Und das war es auch schon fast, denn 1921 wurde, wie anfänglich beschrieben, die Hohe Warte in Döbling eröffnet und löste nach nur drei Länderspielen das Simmeringer Stadion als „Nationalstadion“ ab.

Allerdings kehrte das Team am 20.5.1924 beim 4:1 vor nur mehr 8.000 Zusehern gegen Rumänien nach Simmering zurück und mit Rudolf Aigner stand auch wieder ein Hadkicker im Team. Einen Tag später, beim 6:0-Erfolg über Bulgarien stand einerseits eine komplett veränderte Nationalmannschaft am Feld, andrerseits war diese mit den Simmeringern Franz Baumgartner, Leopold Danis und Johann Horvath geschmückt, von denen Horvath drei Treffer und Danis zumindest ein Tor zum hohen Sieg beisteuerten – beide waren auch bereits Hauptakteure beim ersten Teil dieser historischen Berichterstattung, dem 3:3 in der Saison 1925/26 bei der Vienna.

Am 9.11.1924 waren wieder 40.000 Besucher auf der Had und sahen beim 1:1 gegen Schweden wiederum Horvath und Danis im Team, die aber ohne Torerfolg blieben.

Am 30.5.1925 fanden sich immerhin wieder 25.000 zahlende Besucher ein, als wiederum Rudolf Aigner das Tor hütete und Frankreich mit 4:1 besiegt wurde.

Damals war es noch nicht klar, dass es sich um das letzte Spiel einer Auswahlmannschaft in Simmering handelte, das immerhin sieben Länderspiele austragen durfte.

Danach wurde ausschließlich auf der Hohen Warte gespielt, bis auf ein „halb“-offizielles Match auf der Pfarrwiese, bis am 13.9.1931 das Praterstadion mit einem 5:0-Sieg gegen Deutschland eröffnet wurde und auch die Hohe Warte nur mehr ganz vereinzelt für Auswahlspiele genutzt wurde.

Immerhin wurde bereits das Cupfinale am 4.7.1920 vor 25.000 Zusehern in Simmeringer ausgetragen, das Rapid gegen den Amateur SV mit 5:2 gewann.

In den Jahren danach wurden dann zumindest die Halbfinalspiele und einige erforderliche Wiederholungsmatches auf der Had gespielt, erst am 6.7.1924 kehrten die Halbfinali und das Finale wieder auf die Had zurück, aber den nur 7.000 Zusehern wurde wenigstens etwas geboten: Der Wr. Amateur SV schlug Slovan mit 8:6 n.V. – nach einem 1:1 zur Pause und 4:4 nach 90 Minuten, in denen der Ex-Simmeringer Swatosch die Amateure mit dem 4:4 in der letzten Minute in die Verlängerung schoss und auch noch das zwischenzeitliche 7:4 erzielte. Obwohl Slovan nochmals auf 7:6 herankam war es wahrscheinlich wieder Swatosch, der den Endstand von 8:6 erzielte – jedoch widersprechen sich hier die Quellen, denn auch Hierländer wird als Torschütze angeführt.

Und das war es auch schon mit dem „hübschen Stadion“ in Simmering. Man konnte die Kosten nicht mehr stemmen und musste den Platz verkaufen.

Danach war man einer der vielen „heimatlosen“ Vereine, die quer durch Wien ihre Heimspiele austrugen oder gleich am Platz des Gegners antraten – in der ersten, als auch in der zweiten Liga.

Immer wieder wich man natürlich auch in die Rinnböckstraße oder auf den Rennweger Platz aus, doch 1934 hatte man sich wieder soweit stabilisiert, dass man den nunmehr „Feuerwehrplatz“ zurückkaufen konnte und nach dem Wiederaufstieg 1937 in die Leberstraße zurückkehrte.

Mit einer längeren – 2. Weltkrieg – und mehreren kürzeren Unterbrechungen blieb man schließlich bis Ende der 60er dort, bis man, wie ebenfalls schon beschrieben, auf den heutigen Platz an der Simmeringer Hauptstraße 213 (vormals 209-211 – die offizielle Adresse wurde vor ein paar Jahren „reguliert“) zog.

Aber egal um welche „Had“ es sich handelte, alle drei waren und sind bei den Gegnern gefürchtet, aber auch beliebt, da einerseits schon zu Anfangszeiten das Simmeringer Publikum als frenetisch galt, andrerseits der Platz nicht immer zu den besten Geläufen zählte – mit eben der Ausnahme der frühen 20er-Jahre -, aber auch da Simmering als „Fahrstuhlmannschaft“ zu oft die Punkte herschenkte. Als trauriger Höhepunkt zählt hier das letzte „Profi“-Spiel des 1. SSC, das strafverifizierte 0:3 gegen Thörl(!), als nur mehr drei Spieler anwesend waren und der Rest wegen ausstehender Gehälter gar nicht erschien. Dieser Abstieg wurde erst in den letzten Runden besiegelt und stellte den Anfang des tiefen Falls des 1.SSC dar. Nie wieder erholte man sich von diesem Husarenstück, das mit der Aufstockung der ersten beiden Ligen auf 16 Vereine und somit mit dem Aufstieg 1982 in die 1. Division begann.

Doch die Ziele wurden realistischer, auch wenn immer wieder kurzzeitig die Erinnerung an sportlich bessere Zeiten aufflammte und manche Funktionäre wieder von Größerem träumten, der Profifußball ist für Simmering in weite Ferne gerückt, und ein Grund hierfür ist natürlich auch der Fußballplatz, der Anfang der 80er Jahre zwar noch für die erste Division reichte, aber schon damals das Schlusslicht der Plätze in der obersten Liga war.

Aber finanzielle Kunststücke sind zumindest in Simmering aus der Mode gekommen und so wird der Platz in mühevoller, ehrenamtlicher Kleinarbeit gesäubert, renoviert, repariert, geputzt, stückchenweise modernisiert, damit man von der Had doch vielleicht wieder eines Tages von einem „hübschen Stadion“ sprechen kann.

Der Abstieg Mitte der 80er Jahre besiegelte die jahrzehntelange Durststrecke der Hadkicker, eigentlich ein Ergebnis der Ligareform 1982, als – wie schon erwähnt – auf 32 Vereine in den ersten beiden Ligen aufgestockt wurde.

Ein ähnliches Husarenstück des ÖFB wie 1974 – Fortsetzung folgt.

Datum: 30. Mai 2020

Premiere, Konzerte und Abschiede

Nicht nur Spieler kommen und gehen, auch andere, langjährige Vereinsmitarbeiter zieht es weiter. Und das Ganze lässt sich dann auch noch mit einer Videopremiere und zwei Konzerten verknüpfen.

mehr lesen

Endlich geht es wieder los!

Nach Monaten des sportlichen Lockdowns ist es endlich wieder soweit:Körperkontaktsportarten dürfen wieder ohne Einschränkungen ab 1.7.2020 betrieben werden! Somit beginnt der Nachwuchs wieder mit dem „Volltraining“ und auch die ersten Freundschaftsspiele sind bereits terminisiert.

mehr lesen

Eine Reform für die Großen – das Schicksalsjahr 1974

Was hat das Jahr 1974 mit der ÖFB-Entscheidung, die Saison 2019/2020 zu annulieren gemeinsam? Eigentlich gar nichts, bis auf einen Punkt, auf den sich das gesamte Rechtsgutachten des ÖFB stützt, was von genau jenem ÖFB 1974 ausgehebelt wurde – zum Vorteil der „Großen“ und zum Untergang der „Kleinen“.

mehr lesen

1.SSC im TV – Obmann Sraihans im ORF

Heute, am 16.6.2020, fand um 10:30h eine Pressekonferenz von Sports Austria statt, bei der auch unser Obmann Miroslav Sraihans teilnahm, um über die Sorgen und Schwierigkeiten von kleinen Vereinen als Vertreter dieser zu sprechen.

mehr lesen

Überblick KM:


1
1.SSC
0
0
0
2
Ostbahn
0
0
0
3
Columbia
0
0
0
4
Helfort
0
0
0
5
FAC Am
0
0
0

Überblick Frauen:


1
AKA Austr 1b
0
0
0
2
1.SSC
0
0
0
3
Viktoria
0
0
0
4
Schönbrunn
0
0
0
5
Altera P 1c
0
0
0

Keine Wochenpläne vorhanden!