Ein Frühjahr, das den Herbst vergessen ließ – ein Saisonrückblick

Einem gar nicht mal so schlechten Beginn folgte ein katastrophaler Einbruch. Doch was sich dann ab Anfang November abspielte, war ganz einfach nur „meisterlich“.

Es war zwar kein Auftakt nach Maß, aber immerhin holte man einen Punkt bei Mitfavoriten Hellas Kagran, auch wenn der Spielverlauf eher unglücklich war. Es folgte eine klare Vorstellung mit einem klaren Sieg gegen Siemens, doch beim nächsten Auswärtsmatch lag man nach kurzer Zeit bei A 11 – R. Oberlaa plötzlich 0:2 hinten, konnte aber immerhin noch ein 2:2 holen, auch wenn man am Schluss den drei Punkten sehr nahe war.
Es folgte das nächste Auswärtsspiel auf der Krottenbacher Alm und ein ungefährdeter Sieg bevor man auf das Schlusslicht 1210 Wien traf und sichtliche Probleme mit deren Kontertaktik hatte. Zweimal konnte in der ersten Halbzeit ein Rückstand aufgeholt und sogar noch die Führung vor dem Pausenpfiff erzielt werden, doch spannend blieb dieses Spiel bis zum Ende.
Dem folgte ein farb- und glanzloses 0:0 bei 1980 Wien, die sich still und leise in die vorderen Tabellenpositionen gespielt haben, um dann sogar längere Zeit von der Tabellenspitze zu blicken.
Doch nun folgte eine Katastrophe der nächsten. Zuerst eine 1:2-Niederlage gegen Liesing ASK, bei der man den Anschlusstreffer erst fiel zu spät in der 92. Minute erzielte. Dann wurde man spielerisch besser, lag aber gegen den LAC zweimal zurück. Vor allem der zweite Rückstand, der aus einem fragwürdigem Elfer inklusive roter Karte für Berger in der 89. Minute resultierte, tat der Simmeringer Seele weh. Doch die Wut der Mannschaft war zu spüren und der Ausgleich in der 94. Minute mehr als nur gerecht.
Das Gersthof-Match musste wegen Covid-Fälle beim Gegner abgesagt werden, was zur Folge hatte, das Berger nun beim FAC gesperrt war und somit die Verteidigung gerade gegen den damaligen Tabellenführer umgestellt werden musste. Trotz eines ausgeglichenen Spiels und mehrerer Top-Chancen verlor man 0:2 und gleich eine Woche später setzte es zuhause gegen Aufsteiger Schönbrunn mit einem späten Ausgleich für die Gäste den nächsten Dämpfer. Man hatte ein Spiel weniger und einen Rückstand von 14 Punkten auf den Leader FAC Amateure und immer noch 8 Punkte auf einen damals noch nicht fixen zweiten Aufstiegsplatz, den zu diesem Zeitpunkt Hellas Kagran einnahm. Die Aufstiegshoffnungen waren am Tiefpunkt, der achte Tabellenplatz sagte alles aus.
Es gab Besprechungen, Aussprachen, alle im Verein setzten alles auf eine Karte – und dann kam das Nachtragsspiel gegen Gersthof und die Herbstoffensive begann. Die Mannschaft spielte plötzlich irgendwie befreit und schien, die letzten Spiele vergessen machen zu wollen. Und Gersthof musste als erstes Team hierfür büßen und kam mit 0:6 unter die Räder. Beim NAC tat man sich gewohnt schwer, doch ein schlussendlich klares 3:1 konnten auch sie nicht verhindern.
Aufsteiger Alt-Ottakring hielt eigentlich gut mit, doch ihre Ligaunerfahrenheit mussten sie mit einem 0:7 bezahlen. Der Lauf der Simmeringer schien wieder einmal durch Covid gestoppt zu werden, doch verschärfte Eintritts-Maßnahmen ließen immerhin noch das Spiel bei der Columbia in Floridsdorf zu. Als besseres Team lag man zwar 0:1 hinten, doch am Ende standen mit dem 5:1-Erfolg wieder drei Punkte auf der Seite der Hadkicker.
Doch die letzte Runde fiel nun endgültig den Corona-Einschränkungen zum Opfer, sollte aber im Frühjahr als erste Runde nachgeholt werden. Aber die letzten vier Spiele mit vier klaren Siegen katapultierten die Simmeringer nicht ganz nach vorne, aber immerhin auf den 5. Tabellenplatz, was auf den ersten Blick zwar nicht ganz so rosig aussah, allerdings verkürzte sich der Rückstand auf den Tabellenführer FAC auf sechs Punkte und auf den zweiten Fortuna auf lediglich drei Punkte. Simmering hatte es in der eigenen Hand und einen gewaltigen Lauf. Die alles entscheidende Frage war, ob man diese Form in das Frühjahr hinüber konservieren kann.
Anscheinend nicht, denn gleich im ersten Bewerbsspiel, dem Wiener Landescup, setzte es eine Niederlage nach Verlängerung gegen einen der schärfsten Konkurrenten, nämlich Red Star. Genau jene Mannschaft, gegen die man nur ein paar Tage später die letzte Herbstrunde nachholen sollte.
Doch Cup und Meisterschaft sind zwei verschieden paar Schuhe und so konnten sich die Hadkicker für die Cup-Niederlage rächen und den Konkurrenten mit 3:1 besiegen, auch wenn diese wieder einmal in Führung gingen.
Hellas Kagran, anfangs noch Mitspieler um den Aufstieg, hatte sich ins Tabellenmittelfeld zurückgezogen und wollte in Simmering nicht untergehen – oder zumindest einen Punkt mitnehmen. Erst in der zweiten Halbzeit konnte sich Simmering mit zwei Toren durchsetzen. Eine Woche später bei Siemens ein ähnliches Spiel, doch diesmal waren es vier Tore in der zweiten Halbzeit. Gegen Oberlaa machten die Hadkicker den Sack bereits in der ersten Halbzeit zu und eine Woche später kam dann Fortuna 05. Im Frühjahr waren sie noch nicht in Schwung gekommen, doch durch ihre Herbsterfolge waren sie noch immer Aufstiegskonkurrent – bis zu diesem Spiel.
In der ersten Minute das 1:0, in der zweiten das 2:0, nach fünf Minuten 3:0 und nach nicht einmal zwanzig Minuten hieß es bereits 6:0 für den 1.SSC. Es folgte vor der Halbzeit noch der siebte Treffer und nach einer Stunde hieß es auch schon 9:0. Doch es sollte kein zweistelliges Resultat werden. Fortuna konnte zumindest noch den Ehrentreffer erzielen, doch die Niederlage nagte an ihnen.
Im nächsten Spiel wartete der Tabellenletzte 1210 Wien und wieder hieß es nach vier Minuten bereits 2:0 für Simmering. Doch die Floridsdorfer ließen sich nicht abschlachten, erzielten noch vor der Pause den Anschlusstreffer, mussten sich aber trotzdem mit 1:5 geschlagen geben.
Das bemerkenswerte an dieser Runde war die Niederlage der FAC Amas im Derby gegen Columbia, was 1980 auf den ersten und Simmering auf den zweiten Platz katapultierte und somit sollte es eine Woche später auf der Had zum Spitzenspiel Zweiter gegen Erster kommen.
Und das Spiel hielt, was es versprach. Vor allem für die Hausherren, die zur Halbzeit 1:0 in Führung lagen und kurz vor Schluss das vorentscheidende 2:0 erzielten. 1980s Anschlusstreffer zum 2:1-Endstand fiel zu spät. Und so führte man erstmals die Tabelle der 2. Landesliga an – und man sollte diese auch nicht wieder hergeben.
Mit Liesing ASK hatte man nach der Herbstniederlage noch ein Hühnchen zu rupfen, ging auch in Führung, doch der Ausgleich noch vor der Pause ließ nichts Gutes vermuten. Doch der 1.SSC war eine andere Mannschaft als noch im Herbst und setzte sich hochverdient mit 3:1 durch, während 1980 zuhause gegen 1210 gerade noch ein Unentschieden retten konnte, was den Vorsprung der Hadkicker auf vier Punkte ausbaute und das Punktekonto der Floridsdorfer verdoppelte.
Ein unangefochtener 2:0-Sieg gegen den LAC folgte, doch nun stellte Gersthof mit einem späten 1:1-Ausgleich den Simmeringer kurzzeitig ein Bein, der Vorsprung schmolz auf nur zwei Punkte und Goalgetter Stoijljkovic musste vom Platz, nachdem er kurzzeitig nach einem Zusammenprall bewußtlos war. Doch nun kamen die Amateure des FAC, die noch immer nur knapp hinter dem Spitzenduo lagen, auf die Had – und mit einem 5:1 erlebten sie ihr Waterloo. Doch freuen konnte sich niemand so richtig in Simmering, denn Berger musste nach einem unnötigen Foul, bei dem er mit dem Rücken gegen die Metallabsperrung prallte, ins Krankenhaus. Beim ungefährdeten 4:0 gegen den NAC fehlte er noch, doch er wäre nicht er, wenn er nicht zwei Wochen nach seiner schweren Verletzung nicht schon wieder in der vorgezogenen 30. Runde bei Red Star in der Startaufstellung gestanden wäre. Einer schnellen Simmeringer 2:0-Führung folgte ein 2:2-Pausenstand, doch kurz vor Schluss war krönte Soura seine Saison mit dem 3:2-Führungstreffer, was nicht nur drei Punkte, sondern auch den Aufstieg fixierte, denn zu diesem Zeitpunkt stand bereits fest, dass es zwei Aufsteiger geben wird. Und da 1980 alle Punkte bei Alt-Ottakring liegen ließ, stand fest, dass dem 1.SSC nur noch ein Punkt für die Meisterschaft fehlte. Und eben bei diesem Alt-Ottakring krönten sich die Hadkicker mit einem 3:0 zum Meister.
Der Abschließende 4:2-Sieg gegen Columbia war nur noch Formsache und nach fünf langen Jahren in der 2.Landesliga gelingt den Simmeringern nicht nur der Aufstieg zurück in die Stadtliga, es konnte auch die erste Meisterschaft seit dem Stadtliga-Meister 2011 gefeiert werden und der zehnte Meistertitel insgesamt.
Beeindruckend jedoch ist die Serie von 20 ungeschlagenen Spielen, davon nur zwei Remis und 18 vollen Erfolgen, wobei die Siegesserie erst beim 1:1 in Gersthof nach 13 Siegen en Suite riss.

Zur Veranschaulichung zuerst die Tabelle nach der 11.Runde am 30.10.2021 – und die Tabelle ab den folgenden Spielen – inkl. dem Nachtragsmatch gegen Gersthof.

#MannschaftSp.SUNTore+/-Pkt.
1FAC Wien Amat.1191146:163028
2Hellas Kagran1164126:17922
3PHH Fortuna 051171328:22622
41980 Wien1163221:13821
5Red Star Penzing1162326:131320
6LAC-Inter1152414:15-117
7Siemens Großfeld1144321:29-816
81.Simmeringer SC1035220:16414
9Columbia Floridsdorf1142519:18114
10Liesing ASK1142521:21014
11NAC1142514:20-614
12A11 – R.Oberlaa1141622:25-313
13Sportunion Schönbrunn1132623:27-411
14FCJ Alt-Ottakring1132615:24-911
15Gersthofer SV1012710:30-205
161210 Wien11011016:36-201
Tabellenstand nach den Spielen am 30.10.2021
#MannschaftSp.SUNTore+/-Pkt.
11.Simmeringer SC20191074:136158
2Red Star Penzing19140559:213842
31980 Wien19132443:271641
4Sportunion Schönbrunn19103627:23433
5Columbia Floridsdorf19100949:351430
6FAC Wien Amat.1992847:341329
7Hellas Kagran1991942:46-428
8Gersthofer SV20821029:44-1526
9LAC-Inter1974840:33725
10A 11 – R.Oberlaa19801142:47-524
11PHH Fortuna 051966734:44-1024
12NAC19711133:40-722
13FCJ Alt-Ottakring19711132:51-1922
14Liesing ASK19531132:47-1518
15Siemens Großfeld19511321:52-3116
161210 Wien19211622:69-477
Tabelle der Spiele nach dem 30.10.2021

Ähnlich verlief die Saison der U23, die nach dem Herbst nur auf Rang 8 lag, aber im Frühjahr durchstartete und sich auf den dritten Platz schob. Den zweiten Platz verloren sie aufgrund der Verbandsregelung, dass die letzten Herbstrunden nicht mehr gespielt und auch nicht nachgetragen wurden, was für die Youngsters des 1.SSC bedeutete, dass aufgrund sie eines Nachtragmatch drei Spiele nicht punkten konnten, während die nach 28 Runden punktegleiche Red Star nur zwei Spiele aussetzen mussten.
Aber auch dieser dritte Platz ist ein Erfolg, der der Mannschaft und den Betreuern sehr hoch anzurechnen und weiterhin das „Serviertablett“ für die Kampfmannschaft ist.

Datum: 27. Juni 2022

Gleichwertig, aber verloren

Die Vorzeichen waren eindeutig: Schwechat ganz vorne, Simmering – fast – ganz hinten, doch im Spiel merkte man nichts dergleichen. Der einzige Unterschied war vor dem Tor, wo die Niederösterreicher kaltblütiger und glücklicher agierten.

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Ein gewonnener und doch auch zwei verlorene Punkte

Das Duell der beiden Aufsteiger ließ aufgrund der Tabellensituation bereits Spannung aufkommen: Beide eher im unteren Tabellenmittelfeld, wobei sich 1980 anscheinend besser in die Stadtliga integrieren konnte. Doch das Spiel ließ keinen Sieger zu.

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Drei Punkte am Lieblingsplatz

Bereits in der 2. Landesliga holte man in allen zwei Spielen in Helfort drei Punkte und nun siegte man auch in der Stadtliga auf dem eher kleinen Platz in Ottakring – Dank einer herausragenden Defensivleistung und einer eiskalten Offensive.

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Ein Punkt bei der Brigittenauer Morgenmatinee

Im Vorhinein wäre man mit einem Punkt zufrieden, aufgrund des Spieles wäre allerdings ein Sieg verdient gewesen, doch auch Brigittenau hatte sogar in Unterzahl noch Chancen auf den Sieg. Im Endeffekt ein Remis, bei dem man nicht genau weiß, wie man damit umgehen soll.

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Überblick KM:

15
1.SSC
Wienerberg
1:1 (1:0)

11
WAF Br
14
-9
17
12
Mannswörth
15
-10
16
13
1.SSC
15
-10
13
14
ASV13
14
-26
10
15
Wienerberg
15
-12
9

Überblick Frauen:

9
1.SSC
Dyn Donau
4:1 (3:0)

3
Altera P
9
9
18
4
Mariahilf
9
11
16
5
1.SSC
9
12
15
6
Neusiedl
9
-12
12
7
WSC 1b
9
1
12

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