Nach Krampf über Kampf zum Sieg

Am ungeliebten Kunstrasen bahnte sich Böses an, doch mit einer unvergleichlichen zweiten Halbzeit erkämpften sich die Hadkicker einen verdienten Sieg und bleiben weiter an der Verfolgung der Tabellenspitze.

Kunstrasenplätze gehören bekannterweise nicht zu den bevorzugten und geliebten Untergründen der Hadkicker, ja nicht einmal der eigenen Kunstrasenplatz. Aufgrund der geringeren Größe dieser Plätze konnten sich die Simmeringer noch nie richtig entfalten und ihr Spiel aufbauen. Doch aufgrund des langwierigen Regens diese Woche war der Rasenplatz unbespielbar und es musste ausgewichen werden.
Und es begann eigentlich gar nicht mal so schlecht, denn gleich mit dem Anpfiff wurde ein vielversprechender Angriff nach Abseits von Halilovic abgepfiffen. Doch das war es vorübergehend auch schon. Man verzettelte sich zu sehr in Zweikämpfe, die Dribblings endeten in der Floridsdorfer Menschenmauer und die Gäste beherrschten ein schnelles Konterspiel, dass auf dem kleinen Kunstrasenplatz nochmals wesentlich gefährlicher wurde.
Ein Stangenschuss der Gäste war der erste Weckruf, doch es wurde ein Geschenk in der 26. Minute benötigt, um ein Tor zu erzielen. Nach einem Missverständnis zwischen Jagschitz und Misuric bei einem eigentlich ungefährlichem Steilpass kullerte der Ball zum gegnerischen Angreifer, der nur noch ins leere Tor treffen musste.
Nicht einmal zehn Minuten später klingelte es zum 0:2 im Simmeringer Kasten. Wieder war es ein schneller Angriff der Floridsdorfer und ein „vergessener“ Spieler hatte keine Mühe den Treffer zu erzielen.
Das zentrale Mittelfeld war in der ersten Halbzeit nicht in der Lage, offensive Akzente zu setzten, zu sehr war man mit Verteidigungsarbeit beschäftigt, die dazu noch glücklos blieb. Aber auch die Flanken über die Außenspieler kamen nicht an.
Das Seinige kam noch vom Schiedsrichter dazu, der eine außergewöhnliche Vorteilsregel anwandte. Immer wieder wurden die Läufe von Vlcek, Ilic, Tuna, Halilovic und Frljuzec soweit regelwidrig gestört, dass sie zwar im Ballbesitz blieben, von Vorteil aber keine Rede sein konnte.
In den Schlussminuten der ersten Halbzeit kam dann doch etwas wie Gefahr auf, der Ball landete einmal meterhoch über dem Tor und ein zweites Mal konnte der stark bedrängte Frljuzec den Kopfball nicht mehr kontrollieren – hier hat es auch schon so manchen Elfer gegen Simmering gegeben.
Nachdem bereits Adamovic für Singca und Polster für Misuric in der ersten Halbzeit eingewechselt wurden, kamen mit Beginn der zweiten Halbzeit mit Handzel und Hirschbeck zwei frische Kräfte für eine komplett auf Offensive eingestellte Simmeringer Mannschaft.
Manche Zuseher verließen bereits zur Halbzeit oder knapp davor enttäuscht bereits den Platz, doch Simmering startete die zweite Hälfte mit einem Sturmlauf, der seinesgleichen sucht. Scheiterte man zuerst noch knapp, war es Adamovic, der ein Gestochere im Fünfer zum 1:2-Anschlusstreffer in der 56. Minute nutzte.
Doch nur sechs Minuten später sorgte eine fatale Fehlentscheidung des Schiedsrichtergespanns für einen erneuten Rückschlag. Nachdem der Ball bei einem Konter der Gäste bereits klar und eindeutig die Seitenauslinie überschritten hat, stand es plötzlich 1:3. Auch wenn dem Assistenten an der Linie die Sicht durch den Floridsdorfer Angreifer verstellt war, so wäre es rein wegen der menschlichen Anatomie und den physikalischen Grundgesetzen dem Floridsdorfer Stürmer nicht mehr möglich gewesen, den Ball innerhalb des Spielfeldes zu halten.
Aber auch dieser Rückschlag wurde weggesteckt und Routinier Frljuzec zerschoss mit dem erneuten Anschlusstreffer in der 69. Minute zum 2:3 beinahe das Tornetz.
Waren die Simmeringer bis dahin nicht nur spiel- und tonangebend, so überrollten sie nun förmlich die Gäste. Doch immer wieder scheiterte man um Haaresbreite oder am gegnerischen Schlussmann. Vlcek verfehlte bei einem seiner dem Simmeringer Publikum bereits gut bekannten Freistöße nur knapp das Tor, ebenso wie Hirschbeck mit einem Kopfball. Aber auch die Abschlüsse aus dem Spiel heraus von Halilvoic, Frljuzec, Adamovic und noch einmal Hirschbeck waren schon beinahe von einem Torjubel begleitet.
Auch wenn nur noch wenige Minuten zu spielen waren, war die Hoffnung, aber vor allem das Gefühl, dass das noch was werden könnte, noch immer da. Und schließlich war es Halilovic in der 85. Minute, der im Strafraum den Ball volley in die Maschen zum 3:3 schoss.
Die Floridsdorfer waren nun noch mehr am Boden und die Hadkicker machten keinen Hehl daraus, dieses Spiel noch gewinnen zu wollen. Und schließlich erlöste Hirschbeck in der 89. Minute die Simmeringer Fans mit seinem ersten Tor in einem Bewerbspiel der Kampfmannschaft zum 4:3-Siegestreffer.
Die Gäste wollten nun zumindest noch einen Punkt ergattern, doch sie kamen gar nicht mehr in der Simmeringer Hälfte, es hätte sogar noch schlimmer für sie enden können, aber die Torlatte verhinderte einen weiteren Frljuzec-Treffer.
Dass ein Vorsprung gegen Simmering noch lange nicht zum Sieg reicht, war diese Saison schon öfter zu erleben. Dass auch ein Zwei-Tore-Vorsprung von den Hadkickern noch aufgeholt werden kann, haben sie auch schon bewiesen, auch wenn diese Spiele unglücklich verloren wurden. Aber die Entschlossenheit, mit der diese Mannschaft in der zweiten Hälfte den Kampf gegen die drohende Niederlage auf- und annahm, zeigt den „Simmering-Spirit“, der in diesem Team steckt.

Und da aller guten Dinge drei sind, stellte sich die U23 mit einem 5:1-(2:1-)Sieg nach den Frauen und der Kampfmannschaft ebenfalls auf die Siegerstufe und bescherten dem 1.SSC ein Neun-Punkte-Wochenende im Erwachsenenfussball.


1. Simmeringer Sportclub - FV 1210 Wien Floridsdorf 4:3 (0:2)
17.10.2020 14:00 Sportplatz Simmeringer Had (75 Zuseher)
Aufstellung: Manuel Jagschitz; Michal Vlcek, Slaven Misuric (40. Manuel Polster), Dino Halilovic, Kadir Tuna, Dejan Slamarski, Aleksandar Ilic (46. Szymon Handzel), Jayson Singca (29. Milorad Adamovic), Nikola Frljuzec, Eric Eberl, Manuel Petrovic (46. Julian Hirschbeck)
Kader: Alexander Ruttinger

Tore für Simmering: Dino Halilovic (85.), Julian Hirschbeck (89.), Milorad Adamovic (56.), Nikola Frljuzec (68.)


U23:

1. Simmeringer Sportclub - FV 1210 Wien Floridsdorf 5:1 (2:1)
17.10.2020 16:15 Sportplatz Simmeringer Had (40 Zuseher)
Aufstellung: Alexander Ruttinger (46. Ermin Jakupovic); Ivan Katic, Alexander Höbart, Yassine Dhahri (46. Emre Sentürk), Armin Behremovic (60. Sydney Egharevba), Maurice Kelm, Mustafa Lafci, Colin Maili, Omaid Nikiar (46. David Freyler), Nick Stiedl (46. Hasim Hassan), Fabian Teufl
Tore für Simmering: Emre Sentürk (59.), Maurice Kelm (26., 75.), Mustafa Lafci (32., 89.)


Fotos: Thomas Ruttinger (1. Simmeringer SC)

Alle Bilder vom KM-Match gibt es auf der Facebook-Seite des 1. Simmeringer SC.
Alle Bilder vom U23-Match gibt es auf der Facebook-Seite des 1. Simmeringer SC.

VORANZEIGE
Samstag, 24. Oktober 2020, 15:00h: Auswärtsmatch bei Columbia Floridsdorf (U23: 12:30h)

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Datum: 18. Oktober 2020

Mit Schrumpfelf kein Fortune gegne Fortuna

Misuric, Berger, Vlcek, Frljuzec, Tuna – nur einige der der elf Ausfälle im Kampfmannschaftskader. Dementsprechend begann wieder einmal eine neu formierte Elf, die gefällig spielte, jedoch ihre Torchancen ausließ und ihrerseits dreimal bezwungen wurde.

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Durch zwei Elfer geschlagen

Neues Spiel, neue Aufstellung, neue Verletzte, neue Fehlende – schön langsam gehen dem 1.SSC die Spieler aus. Nachdem Misuric nun wohl länger ausfallen wird, war auch noch Vlcek von der slowakischen Ausreisesperre betroffen – und trotzdem war es eines der besseren Matches der Hadkicker.

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Rückschlag im Aufstiegskampf – aber der Kampf geht weiter

Es sind gerade erst acht Runden gespielt, doch trennen nach dieser sehr unglücklichen 2:4-Niederlage beim NAC den Tabellenführer Helfort und Simmering sechs Punkte – aber mit heute beginnt die Verfolgung!
Allerdings schmerzt nicht nur die Niederlage, sondern auch der sorglose Umgang mit der Covid-19-Verordnung beim NAC, während man in Simmering jeden Punkt penibel umsetzt.

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100 Zuseher für das NAC-Match

Aufgrund der Covid-19-Verordnungen und der beengten Platzverhältnisse am NAC-Platz haben die NAC-Verantwortlichen für das Match gegen Simmering beschlossen, nur 100 Zuseher zuzulassen.

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Ein Spiel dauert 90 Minuten – oder auch länger

Nach dem letzten Anstoß dauerte es noch eine kurze Aktion, ehe der Schlusspfiff in der 96. Minute erfolgte, nur knapp davor stellte Adamovic mit seinem zweiten Treffer in der fünften Minute der Nachspielzeit den 2:1-Sieg klar und sicherte glückliche, aber hochverdiente drei Punkte.

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Überblick KM:

11
1.SSC
Fortuna05
0:3 (0:1)

3
NAC
11
8
24
4
Ostbahn
11
7
22
5
1.SSC
11
2
19
6
1980
11
12
18
7
Hellas
11
8
17

Überblick Frauen:

9
1.SSC
Viktoria
5:1 (0:0)

1
1.SSC
8
90
24
2
AKA Austr 1b
9
56
24
3
Viktoria
9
29
21
4
Alxingerg
9
0
18
5
ASV13
7
20
13

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