Remis, das sich wie Sieg anfühlt

Fünf Niederlagen in Folge, Rücktritt des Trainers, und dann kommt auch noch der eigentliche Liga-Krösus – die Erwartungen waren eher niedrig, die Hoffnungen aber wie immer umso größer. Und mit dem Unentschieden belohnte die Mannschaft das treue Publikum – aber vor allem sich selbst.

Schlechter können die Voraussetzungen für ein Spiel eigentlich nicht mehr sein, wenn sich die Mannschaft in einer Negativspirale befindet, der Trainer das Handtuch wirft und dann auch noch ein Team kommt, das mit Ex-Profis und gestandene Regional- und Stadtligaspieler aufwarten kann und noch kein Spiel in dieser Saison verlor.
Umso überraschender waren dann auch gleich die ersten Minuten, als die von Bakar und Höflich auf- und eingestellte Mannschaft den Gegner schon weit in deren Hälfte anpresste und so einerseits einen geordneten Spielaufbau verhinderte und andrerseits selbst sofort bei Ballbesitz in Strafraumnähe kam. Doch Zwingendes kam anfänglich noch nichts raus.
Mit Fortdauer des Spiels erspielte sich dann Mauer doch immer mehr ein Übergewicht, hatte auch die eine oder andere Halbchance, doch Simmering setzte einen Nadelstich nach dem anderen und sorgte ebenfalls für Gefahr im Strafraum. Zetic, der diesmal als Spitze aufgestellt war, sorgte gemeinsam mit Holzgethan, Safranek, Vlcek und Slamarski immer wieder für Ansätze von gefährlichen Situationen – doch es fehlte immer noch ein kleines Stück.
Nach mehreren Eckbällen für die Hadkicker brannte es dann gewaltig im Strafraum von Mauer, ein Defensivspieler blieb augenscheinlich verletzt liegen, doch da auch Mauer weiterspielte, jedoch den Ball verlor, setzte auch Simmering den Angriff fort, der gerade noch abgewehrt und der Ball ins Aus gespielt werden konnte. Obwohl der gerade noch anscheinend verletzte Spieler plötzlich wieder aufsprang – manche könnten ihm unterstellen, so eine brenzlige Situation für seine Mannschaft zu verhindern -, machte es Simmering nicht wie ASV 13 in der Vorwoche, sondern spielte weiterhin Fair-Play und somit den Ball zum Gegner zurück.
Nach den letzten Spielen, in denen Simmering meist die spielerisch bessere Mannschaft war und auch das Spiel meist bestimmte, war diesmal Mauer mit diesen Vorzügen an der Reihe. Doch die Hadkicker besannen sich auf eine alte Simmeringer Tugend: den Kampf. Allerdings entstanden dadurch oft grenzwertige Zweikämpfe, bei denen zwar der Ball gespielt wurde, allerdings des Gegners Schrei höher bewertet wurde. So auch in der 40. Minute, als ein darauf folgender Freistoß eigentlich eher harmlos in den Sechzehner kam, doch ein Missverständnis in der Defensive zum 0:1 führte, was schließlich auch der Halbzeitstand sein sollte.
In der zweiten Halbzeit zog sich Mauer nun etwas weiter zurück, spielte routiniert kontrolliert ihr Spiel und schlossen ihre Aktionen weniger überhastet ab, wie sie es noch in der ersten Halbzeit machten. Doch auch Simmering war nun etwas gefestigter, ließ den Ball nun in den eigenen Reihen auch unter Druck zirkulieren, bevor man die Angriffe überlegter startete.
Die Chancen häuften sich erst im Laufe dieser zweiten Hälfte, doch die Höhepunkte folgten erst in der letzten Viertelstunde. Den Auftakt machte Halilovic in der 75. Minute, der nach einem Holzgethan-Corner den Ball an die Stange setzte – und die ersten Erinnerungen an das letzte Wochenende kamen wieder hoch.
Doch nur zwei Minuten später folgte eine Bilderbuchaktion der Hadkicker: Vukovic spielte einen langen Pass nach links außen auf den für Zetic ins Spiel gekommenen Chiorean, der überspielte drei Gegenspieler, setzte sich bis zur Grundlinie durch und passte halbhoch auf den mitgelaufenen Safranek, der den Ball mit dem Außenrist über die Linie zum 1:1 beförderte. Ein unglaublicher Jubel erschütterte die Had, das Tor schien eine Befreiung für die Spieler und die Anhänger des 1.SSC zu sein.
Mauer wollte aber unbedingt die drei Punkte und agierte nun wieder offensiver, aber auch die Hadkicker sahen ihre Chance und so entwickelte sich ein offener Schlagabtausch in den letzten zehn Minuten. Torchancen auf beiden Seiten konnten aber nicht mehr genutzt werden und so endete das Match mit einem Remis, das sich für die geschundene Simmeringer Seele wie ein Sieg anfühlte. Eine kurze Aufregung quasi mit dem Schlusspfiff zeigte, das die Kräfte weniger wurden, aber die Motivation in beiden Mannschaften noch immer vorhanden war.
Mit dem Punkt kann und darf man zufrieden sein, doch man sah auch, dass dies erst der Anfang sein kann und in dieser Mannschaft noch mehr drinnen steckt. Die nächsten Wochen werden es nun zeigen, ob man die richtigen Lehren aus diesem Spiel gezogen hat. Am Freitagabend geht es nach Mannswörth und das Team hat sich eine zahlreiche Unterstützung verdient.
Ganz bitter verlief es für die U23, die ein ausgeglichenes Spiel lieferte – auch, als sie bereits in Unterzahl agierte – , aber einerseits an der eigenen Disziplin scheiterte, andrerseits mit abstrusen Schiedsrichterentscheidungen zu kämpfen hatte und so ihr Match 2:6 verlor.


1. Simmeringer Sportclub - Sportunion Mauer 1:1 (0:1)
01.10.2022 15:30 Sportplatz Simmeringer Had (200 Zuseher)
Aufstellung: Manuel Jagschitz; Roman Holzgethan (90. Stefan Milovanovic), Boris Vukovic, Dino Halilovic, Benjamin Soura, Kadir Tuna (90. Benjamin Kranz), Dejan Slamarski, Peter Safranek, Mateo Zetic (70. Rares Sergiu Chiorean), Christian Berger, Michal Vlcek
Kader: Alexander Ruttinger, David Freyler, Aleksandar Stojiljkovic

Tore für Simmering: Peter Safranek (77.)


U23:

1. Simmeringer Sportclub - Sportunion Mauer 2:6 (1:2)
01.10.2022 13:30 Sportplatz Simmeringer Had (50 Zuseher)
Aufstellung: Alexander Ruttinger (69. Martin Knezevic) (65. Martin Knezevic); Sandro Drljepan, Filip Ilic, Furkan Demiray, Anel Husejnovic, Fabian Teufl, David Freyler (46. Maximilian Schaden), Hasim Hassan, Marcel Schütz, Emre Acar (16. Patrick Munteanu), Jamil Lokou
Kader: Markus Schütz

Tore für Simmering: Furkan Demiray (32.), Anel Husejnovic (59.)

Fotos: Thomas Ruttinger (1. Simmeringer SC)

Alle Bilder vom KM-Match gibt es auf der Facebook-Seite des 1. Simmeringer SC.
Alle Bilder vom U23-Match gibt es auf der Facebook-Seite des 1. Simmeringer SC.

VORANZEIGE
Freitag, 7. Oktober 2022, 18:00h: Auswärtsspiel in Mannswörth (U23 um 20:00h)

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Datum: 2. Oktober 2022

Gleichwertig, aber verloren

Die Vorzeichen waren eindeutig: Schwechat ganz vorne, Simmering – fast – ganz hinten, doch im Spiel merkte man nichts dergleichen. Der einzige Unterschied war vor dem Tor, wo die Niederösterreicher kaltblütiger und glücklicher agierten.

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Ein gewonnener und doch auch zwei verlorene Punkte

Das Duell der beiden Aufsteiger ließ aufgrund der Tabellensituation bereits Spannung aufkommen: Beide eher im unteren Tabellenmittelfeld, wobei sich 1980 anscheinend besser in die Stadtliga integrieren konnte. Doch das Spiel ließ keinen Sieger zu.

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Drei Punkte am Lieblingsplatz

Bereits in der 2. Landesliga holte man in allen zwei Spielen in Helfort drei Punkte und nun siegte man auch in der Stadtliga auf dem eher kleinen Platz in Ottakring – Dank einer herausragenden Defensivleistung und einer eiskalten Offensive.

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Überblick KM:

15
1.SSC
Wienerberg
1:1 (1:0)

11
WAF Br
14
-9
17
12
Mannswörth
15
-10
16
13
1.SSC
15
-10
13
14
ASV13
14
-26
10
15
Wienerberg
15
-12
9

Überblick Frauen:

9
1.SSC
Dyn Donau
4:1 (3:0)

3
Altera P
9
9
18
4
Mariahilf
9
11
16
5
1.SSC
9
12
15
6
Neusiedl
9
-12
12
7
WSC 1b
9
1
12

Plan für aktuelle Woche